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Unionists Working Transnational

Die transnationalen Mega-Konzerne, das Kapital, sie sind, so scheint’s, immer schon vorher da – kraft der Investitionen in neue Märkte und in günstigere Standorte, an denen die Arbeit billiger und die soziale Verantwortung gleich null ist, der aus- und vorgelagerten Produktionsstätten, des Einflusses auf bilaterale Verträge und transnationale Abkommen, der Regelwerke für freien Kapitalfluss. Nur, dieses Bild stimmt nicht: es sind die Arbeiterinnen und Arbeiter, die immer schon vorher da sind. Die Organisation der Arbeitnehmer_innen ist es, die oft nachhinkt, die in vielen Ländern dieser Erde mit Repressionen eigeschränkt wird und laufend auf geänderte Bedingungen reagieren muss. Die Organisation internationaler Solidarität der Arbeiter_innenschaft gibt es heute in der Form von «European Works Councils» (Europa-Betriebsräten), von Dachverbänden der Gewerkschaften und Institutionen wie dem europäischen Gewerkschaftsinstitut, sowie in Netzwerken zusammen arbeitender Organisationen, die Kampagnen etwa für eine europäische Finanztransaktionssteuer und globale faire Arbeitsbedinungen initieren, die sich weltweit um verfolgte Gwerkschafter_innen annehmen oder sich als mediale Plattformen um Nachrichten abseits des kapitalistischen Mediensystems bekümmern. Für die Akteur_innen transnational organisierter Arbeiter_innenschaft ist das Internet zu einem der wichtigsten Medien der alternativen und kritischen Berichterstattung sowie der Informationsbeschaffung geworden.

Menschenrechte. Bedingungslos. Für alle.

Innerhalb von Europa werden Grenzen immer unsichtbarer. Die Bewegungsfreiheit wird immer noch größer. Im wachsenden Schengenraum gibt es keine Grenzkontrollen. Wir fliegen in andere Länder mit anderen Sprachen und müssen nicht den Reisepass vorzeigen. Die Bewegungsfreiheit für Waren ist nahezu uneingeschränkt, für Kapital sowieso. Und wer wollte auch freiwillig auf den transnationalen Warenverkehr verzichten, auf die Möglichkeit, überall per Bankomat Geld abheben zu können. Wer will schon zurück zu den alten Ländergrenzen und Grenzübergängen? Die Freiheiten von uns Vielen machen die Beschränkungen von ein paar wenigen zur Randnotiz. Wenn sich jemand nicht frei bewegen kann, hat das Gründe. Wir haben Niederlassungsfreiheit, aber wenn sich alle niederlassen, wo sie sich gerade niederlassen wollen, dann geht das nicht. Das würde uns den Raum wegnehmen. Das wäre eine Ausnutzung von Freiheiten, zu Lasten anderer. Das würde unsere Freiheit beschränken. Und das gilt auch für EU-Bürger_innen, dass sie sich nicht einfach überall niederlassen können. Investieren sie? Oder liegen sie anderen auf der Tasche, das ist ja wohl ein Kriterium.